Röhrenmonitore

Auch heute (2003) können TFT Displays in vielen Bereichen noch nicht mit einem normalen Rörenmonitor mithalten. In Sachen Größe, Auflösung und Nachleuchtdauer sind brauchbare TFTs immernoch schwer erhältlich. (Meine Definition von brauchbar: mindestens 19“, Auflösung 1600×1200@85Hz). Die erhältlichen TFTs spielen dann in einer Preisliga, die jenseits jeder Vernunft liegen in Anbetracht der Tatsache, dass ein Röhrenmonitore für wenige hundert Euro erhältlich sind.

Der Monitor - das schwache Glied in der Kette

Sie kaufen sich einen neuen PC mit High-End-CPU. Gut, wer's braucht, bitte. Amüsanter empfinde ich High-End-Grafikkarten in Kombination mit einem grausigen Bildschirm. Wer hunderte Euro für eine Grafikkarte ausgibt, macht sich in der Regel keine Gedanken darüber, welcher Bildschirm erforderlich ist, um die Leistung nutzen zu können.
Beim Monitor wird häufig am falschen Ende gespart, schließlich überleben die meisten Monitore die vormals so teuer bezahlte High-End-Maschine.
Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist, dass ein schlechter Monitor sich negativ auf die Konzentration auswirkt und den Augen sicherlich nicht gut tut.

Was wird benötigt?

Der wichtigste Punkt beim Monitor ist zunächst, dass man angenehm mit dem Gerät arbeiten kann. Dafür muss die gewählte Auflösung auf einem Röhrenmonitor mit mindestens 75 Hertz betrieben werden können. Das bedeutet, dass der Monitor das Bild 75 mal pro Sekunde auf der Bildfläche aufbaut.

Ich empfehle die untere Grenze bei mindestens 85 Hertz anzusetzen, da mir bei 75Hz immernoch ein Flackern auffällt und ein Monitor ein Gerät ist, das man über viele Jahre nutzen möchte. Das Gerät muss sich also nicht nur beim Kauf bewähren, wo die Neulust groß ist, sondern auch noch Jahre später. Ein billiger Monitor kann so schnell teuer werden, wenn er aus Unzufriedenheit nach zu kurzer Zeit weit vor dem Ende seiner Zeit ersetzt werden soll.

Unabhängig von der Aufgabe sollte die Auflösung mindestens 1280×1024 Pixel darstellen. Die Zeiten der Klötzchensbuchstaben sind vorbei, um saubere Linien zeichnen zu können, die im Auge eben nicht jeden Bildpunkt erkennen lassen, bedarf es mindestens dieser Auflösung.

Wer mit viel Text arbeitet, oder Programmen, die viele Fenster öffnen, wird die hohe Auflösung ebenfalls nicht missen wollen.

Datenvolumen und Bedeutung der Frequenzen

Die hier verwendete Auflösung beträgt 1600×1200 Pixel bei 85Hz.
Wer digitale Fotographie schätzt, weiß dass hier ein 85 Bilder mit jeweils 2MegaPixeln pro Sekunde übertragen werden. Und die Bilder werden natürlich nicht im JPG-Format, sondern ungepackt zum Monitor transportiert. (zum Vergleich: PAL-TV 720×576 bei 50 Hz Interlaced)

Um solche großen Datenvolumen sauber zu transportieren sollten Sie ausschließlich geschirmte Verkabelungen nutzen. Ungeschirmte Kabel oder schlecht geschirmte Verteilerboxen verursachen deutlich sichtbare Störungen.

Was bedeuten die Frequenzangaben beim Monitor und wie sind diese zu bewerten?

Beim Monitor erkundigen Sie sich nach 3 Frequenzbereichen. Am bekanntesten ist die vertikale Wiederholfrequenz (Bildwiederholfrequenz). Sie gibt an wie oft das Bild von oben nach unten neu aufgebaut wird. Ihr Monitor sollte hier einen Bereich von 60-100 Hz aufweisen. Kommt der Monitor tiefer, ist das vollkommen in Ordnung, Sie werden diesen Bereich jedoch nicht freiwillig nutzen. Kann der Monitor höhere Wiederholraten ist das auch nicht verkehrt, hier wird Ihnen der Monitor allerdings im Alltag einen Strich durch die Rechnung machen. Sie erfahren gleich warum.

Die zweite bekannte Frequenzbereich ist der Bereich der horizontalen Frquenz(Zeilenfrequenz). Er gibt an, wie häufig der Lichtstrahl sich horizontal über die Bildfläche bewegen kann, um jeweils eine Zeile zu zeichnen. Hier fällt auf, dass die Anzahl der Pixel pro Zeile damit eigentlich gar nicht ins Gewicht fällt, die Anzahl der Zeilen aber schon. Unabhängig wieviele Pixel eine Zeile hat - der Strahl muss so oder so über die Bildfäche, die Frage ist nun wie häufig muss er eine Linie zeichnen, bevor das Bild aufgebaut ist.

Die Horizontalfrequenz berechnet sich also fH = fV * Anzahl der Zeilen. Dazu kommt ein Faktor, den der Strahl braucht, um sich nach einer gezeichneten Zeile wieder auf den Anfang der nächsten Zeile zu positionieren, bzw. von unten rechts wieder auf die Anfangs- position oben links zu kommen.

Ihr Monitor sollte hier den Bereich von etwa 30kHz bis mindestens 95kHz abdecken, um brauchbare Ergebnisse in der Auflösung 1280×1024 zu erreichen. Der obere Grenzwert der Freqenz kann gar nicht hoch genug sein, er ist eins der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Monitors

Ein Beispiel: Gehen wir von einem Monitor aus, der 50-150Hz Bildwiederholrate anzeigen kann, und einen horizontalen Frequenzbereich von 30-95kHz besitzt. Sie stellen die Auflösung 1280×1024 ein:

fH = fV * Zeilen
95Khz = fV * Zeilen
fV = 95kHz / 1024
fV = 92,8 Hz

Daraus result ein theoretische maximale Wiederholfrequenz von 92,8 Hz, dem noch etwas Zeit für die Positionierung des Zeilenstrahls abzuziehen ist. Bei 85Hz ist hier etwa Schluss. Die maximale vertikale Frequenz von 150Hz ist also eine nette Spielerei, wenn Sie eine Auflösung im Bereich 640×480 oder 800×600 benötigen. Das menschliche Auge kann zwischen 120 und 150 Hz sowieso nicht mehr unterscheiden. Die maximale vertikale Frequenz ist dementsprechend kein Qualitätsmerkmal des Monitors, wenn er den Wert 100 überschreitet.

Der letzte Wert ist die Bandbreite, gemessen in Megahertz. Dies ist gewissermassen die Arbeitsgeschwindigkeit des Monitors. Hier entscheidet sich, wie oft der Monitor pro Zeile die Farbe wechseln kann (also in Pixeln unterscheiden kann). Gute Werte gehen inzwischen deutlich über 200Mhz. Auch hier gilt: je höher, desto besser.

Bandbreite = fV * AnzahlZeilen * AnzahlPixeljeZeile = fH * AnzahlPixeljeZeile

Um bei unseren Beispiel zu bleiben:
Der Monitor benötigt für die Auflösung von 1280x1024x92,8Hz*95kHz eine Bandbreite von mindestens 121,6 Mhz. Gute Monitore erreichen Werte über 200 MHz. Da auf einem normalen Monitor jedoch selten Zeilenbreiten über 1600 Pixel gewählt werden, reichen 200Mhz auch aus.

Die Sparfalle

Investiert der Hersteller in die Elektronik des Monitors, so dass sich die Frequenzwerte gut lesen lassen, so spart er vielleicht am anderen Ende: dem Trafo.

Hier gibt es leider keine werbewirksamen Zahlen, hier hilft nur selber prüfen. Natürlich können Sie nicht im Geschäft den Schraubenzieher zücken und den Monitor auseinander nehmen. Probieren Sie statt dessen folgendes: Lassen Sie den Verkäufer ein Malprogramm öffnen und ein neues, weißes Bild öffnen in der Größe des Bildschirms. Legen Sie sich die Farbe schwarz auf die eine Maustaste, weiß auf die andere und malen Sie das Bild abwechselnd schwarz oder weiß aus.

Ein weniger guter Monitor beginnt nun an zu 'pumpen', das helle Bild wird größer, das dunkle wieder kleiner: Der Fensterrahmen um das Bild wabbert also auf dem Bildschirm. Stellen Sie sich nun Ihren High- End PC mit TV Karte vor und der Fensterrahmen um das Fernsehbild wabbert entsprechend der Helligkeit des gezeigten Bildes. Hier sparen sehr viele Hersteller, entsprechend viele High-End-PC Besitzer sind also auch Besitzer eines weniger guten Monitors…

Ein guter Monitor pumpt gar nicht oder zumindest so wenig, dass man sich als Betrachter bei genauem Hinsehen nicht sicher sein kann, ob er pumpt. Bei normalen Monitoren vergrößert sich das Bild links und rechts bis zu 5 Millimeter. Es werden aber auch Monitore verkauft, deren Schwankungsbereich im Zentimeterbereich liegen, wo das Umschalten eine schwarze Text-Konsole und ein weißes Blatt einer Textverarbeitung bedeuten, dass man zunächst die Bildgeometrie am Monitor korrigieren darf.

Lochmaske oder Streifenmaske, Flatröhre, Pixelabstand

Bei einer Lochmaske befindet sich ein feines Netz auf der Bildröhre, mit vielen kleinen Löchern, durch die der Lichtstrahl auf den Bildschirm trifft und ihn zum Leuchten bringt. Man kann sich die Lochmaske wie ein Sieb vorstellen. Je feiner die Löcher, desto mehr Löcher passen auf die Lochmaske, desto geringer ist also der Abstand der einzelnen Löcher und mehr von einander unabhängige Punkte lassen sich zeichnen. Der Pixelabstand ist also ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Je kleiner der Pixelabstand ist, desto schärfer ist der Monitor. Gute Werte sind kleiner 0,2 Millimeter.

Die Streifenmaske ist der (geglückte) Versuch das Bild brillianter und kontrastreicher zu machen. Streifenmaskenröhren werden als Triniton (Sony) oder Diamantron (Mitsubishi) beworben.

Im Gegensatz zur Lochmaske, besteht die Lochmaske aus dünnen Fäden, die von oben nach unten gespannt sind und keine horizontale Verbindung besitzen. Durch die fehlende horizontale Verbindung kann nun der Lichtstrahl auf die Bildfläche gelangen und das Bild wird heller und kontrastreicher.

Leider gibt es auch zwei Nachteile dieser Technik. Da die Fäden von oben nach unten durchhängen, können sie auch schwingen, wenn man z.B. an den Schreibtisch stößt oder leicht gegen den Monitor klopft. Das Bild wird dann für einen kurzen Moment unscharf. Da man allerdings normalerweise beim Arbeiten am Rechner nicht gegen den Monitor klopft oder auf den Schreibtisch schlägt, fallen derartige Effekte beim normalerweise nicht auf. Um diese Effekte möglichst gering zu halten, besitzt die Streifenmaske zwei Stabilisierungsfäden, die im oberen Viertel, bzw. im unteren Vietel, horizontal über die Bildfläche gespannt sind. Beim genauen Betrachten der Bildröhre fällt das negativ auf, da sich eben ein dünner Strich über den Monitor zieht. Beim konzentrierten Arbeiten und mit Blick auf die Darstellung, sind mir die beiden Linien jedoch noch nie aufgefallen, so dass ich eine Streifenmaske einer Lochmaske jederzeit wieder vorziehen würde.

Pixelfehler

Ich rate grundsätzlich dazu, sich den Monitor vor dem Kauf anzusehen. Grade bei TFT-Displays kann es zu Pixelfehlern kommen. Dies kann so bei Röhrenmonitoren nicht passieren, allerdings besitze ich ein Exemplar, welches offenbar eine kleine Verschmutzung innerhalb der Bildröhre besitzt und einen sehr kleinen dunklen Punkt in einer Ecke besitzt. Das fällt normalerweise nicht unangenehm auf, aber wenn man sich ein Neugerät zulegt, sollte es ja auch einwandfrei sein.

Benutzte Konfiguration (2003)

Ich benutze seit geraumer Zeit folgende Konfiguration:

  • GeForce II NVidea MX400, gebraucht über Ebay für 30 Euro
  • Iiyama Vision Master Pro 450 (HT901), 19“ Streifenmaske, 50-150Hz, 28-115kHz, 230MHz, gutes Trafo, damaliger Preis 1200 DM

Ich habe für den PC noch nie eine neue Grafikkarte gekauft, alle paar Jahre kommt eine „neue“ gebrauchte Grafikkarte für kleines Geld in den Rechner. Der Monitor ist vier Jahre alt und überdauerte in der Zeit 3 Computer und 5 Grafikkarten.