Auf was spezialisieren?

Fragen zum Studium, zu IT-Beruf
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JulianTop
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Auf was spezialisieren?

Beitrag von JulianTop » So Nov 27, 2011 1:14 pm

Bin staatlich geprüfter Techniker und im Moment bin ich für Anlagenplanung und Maschienensoftware zuständig. sprich ich programmiere in der Regel Speicherprogrammierbaresteuerungen, Roboter und ab und zu den einen oder anderen dynamischen Antrieb. Die Sprachen reichen von einer Assemblerähnigen, über einer Basic ähnlichen, bis hin zur Drag and Drop Programmierung.

Irgendwann kam dann der Gedanke, mich mit "normaler" Software zu beschäftigen. Dieses habe ich dann auch nebenberuflich gemacht. Angefangen hat das mit dem Schreiben von Programmen in C# und C++. Als ich die Grundlagen und das OOP drauf hatte, habe ich dann mit den Internetsprachen begonnen. X/HTML, CSS, PHP, MySQL/i und jetzt bin ich an JavaScript dran. Das wissen setze ich an einer Homepage praktisch um, damit ich bei Bewerbungen eine Referenz habe. Zu den Bewerbungen hatte ich dann auch vor ein paar Seiten Code mitzuschicken.

Nun habe ich mir einen guten Überblick verschafft und ich bin kurz davor mich auf irgend was zu spezialisieren. Ich wohne in der Nähe von Hannover und bin nicht Umzugsbereit, wozu ratet ihr mir? Bei den Internetsprachen bleiben oder wieder zur "normalen" Softwareentwicklung gehen ( C++ und co.)? Spaß macht mir beides.

Hab mir mal vorhin Stellenangebote angeschaut und das meiste im Bereich Hannover ist C++ und Java. Als Webentwickler habe ich nur ganz wenige Stellen gesehen und als App Entwickler auch ganz wenige. Der Punkt ist nun, wenn es auch oft vorkommt, dass man als Webentwickler im Homeoffice arbeitet, dann kann ich ja auch die anderen Stellenangebote von anderen Städten dazurechnen. Nur die Frage ist, ob das eher die Ausnahme oder Regel ist. PHP und MySQL und co. machen mir riesig Spaß keine Frage, nur wenn ich keinen Job damit finde, habe ich nichts davon. Dann doch lieber Java oder C++ lernen?

Und noch eine Frage kann man mit meinen Berufsweg als Programmierer an 60.000€ Jahresgehalt kommen oder ist sowas ohne Informatikstudium unrealistisch. Nicht als Einstiegsgehalt, sondern später nach einigen Jahren Berufserfahrung. Und ist der Titel nach einigen Jahren Berufserfahrung noch entscheidend oder spielt dann das Können wieder mehr Rolle?

Macht es Sinn ein Fernstudium parallel zu Arbeit zu machen? Ich bin 25.

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cloidnerux
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von cloidnerux » So Nov 27, 2011 5:26 pm

Hi und Willkommen im Forum.
Bin staatlich geprüfter Techniker und im Moment bin ich für Anlagenplanung und Maschienensoftware zuständig. sprich ich programmiere in der Regel Speicherprogrammierbaresteuerungen, Roboter und ab und zu den einen oder anderen dynamischen Antrieb. Die Sprachen reichen von einer Assemblerähnigen, über einer Basic ähnlichen, bis hin zur Drag and Drop Programmierung.
Klingt ganz Interessant.
Macht es Sinn ein Fernstudium parallel zu Arbeit zu machen? Ich bin 25.
Fernstudium bedeutet sehr viel Freizeit zu opfern um sich sehr viel Wissen anzueignen, das ist stressig und bedeutet sehr viel zusätzliche Arbeit und kosten, da die meisten Fernstudienangbote kostenpflichtig sind.
Am ende hast du dann aber ein Studienabschluss mit entsprechende Titel, sodass du dann noch mehr berufliche Chancen hast.
Am ende musst du selber entscheiden und da solltest du dich fragen, ob du genug Freizeit hast, genug Finanzielle Absicherung und genug Elan hast, dich 3,5 - 5 Jahre mit dem Fernstudium zu beschäftigen.
Und noch eine Frage kann man mit meinen Berufsweg als Programmierer an 60.000€ Jahresgehalt kommen oder ist sowas ohne Informatikstudium unrealistisch. Nicht als Einstiegsgehalt, sondern später nach einigen Jahren Berufserfahrung. Und ist der Titel nach einigen Jahren Berufserfahrung noch entscheidend oder spielt dann das Können wieder mehr Rolle?
Im Leben läuft alles nach der Bewertung anderer Leute, daher wäre es möglich auch ohne Titel in solche Gehaltsregionen zu kommen, dafür musst du aber ohne Graduation wesentlich mehr können zeigen als ein Studierter.
Nun habe ich mir einen guten Überblick verschafft und ich bin kurz davor mich auf irgend was zu spezialisieren. Ich wohne in der Nähe von Hannover und bin nicht Umzugsbereit, wozu ratet ihr mir? Bei den Internetsprachen bleiben oder wieder zur "normalen" Softwareentwicklung gehen ( C++ und co.)? Spaß macht mir beides.
Ich würde dir raten einfach nach beidem zu suchen und dann nach den antworten der Unternehmen entscheiden, hast du nur eine Zusage erledigt sich das ganze^^

Ich wünsch dir noch viel erfolg bei der Jobsuche.

MfG cloidnerux.
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von MoonGuy » So Nov 27, 2011 6:33 pm

Ich stimme cloidnerux völlig zu. Ich kenne zum Beispiel viele, die nur eine Ausbildung in FI (AE/SI) haben und sich aber hocharbeiten konnten. Vor allem freiwillige Kurse und Weiterbildungen sowie das Übernehmen von verantwortungsvollen Aufgaben oder zusätzlicher Arbeit hat ihnen geholfen. Ich kenne sogar einen, der in seiner Gehaltsklasse über einigen Studierten liegt, weil er sich in bestimmte Gebiete weitergebildet hat (ohne Studium) und nun in seinem Standort der einzige mit diesem Fachwissen ist und er für die Firma nun Vorlesungen halten darf, welche gut bezahlt werden. Im Endeffekt ist es nie falsch und schon gar nicht zu spät sich weiterzubilden oder gar zu studieren, aber wie cloidnerux es bereits erwähnte kostet es viel Zeit, Geld und Nerven. Du musst selbst wissen, ob du dir das leisten kannst.
Nun habe ich mir einen guten Überblick verschafft und ich bin kurz davor mich auf irgend was zu spezialisieren. Ich wohne in der Nähe von Hannover und bin nicht Umzugsbereit, wozu ratet ihr mir? Bei den Internetsprachen bleiben oder wieder zur "normalen" Softwareentwicklung gehen ( C++ und co.)? Spaß macht mir beides.
Je mehr Können du vorweisen kannst, desto interessanter bist du. Am besten zeigst du der Firma noch, dass du kommunikativ bist, und du stehst mit halben Fuß im Betrieb. Denn ich bekomme immer mehr mit, dass pure Programmierer ohne Teamfähigkeiten einfach nicht mehr gebraucht werden.

JulianTop
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von JulianTop » So Nov 27, 2011 6:50 pm

Schon mal danke für die Tipps.

Eine Frage habe ich noch. Es ist nämlich so, dass ich Reisekrank bin und daher nur im Innendienst oder im Nahverkehrsbereich arbeiten kann. Habe mal gehört, dass studierte Informatiker meistens Führungsaufgaben übernehmen müssen und diese viel mit Reiserei verbunden sind. Und dass für die "normalen" Programmiererstellen, eher nicht studierte genommen werden, die dann günstiger sind. Weil wenn ich jetzt ein Studium durchziehe und die Stellen, die sich mir dann eröffnen, alle mit Reiserei zutun haben, weiß ich nicht, ob da ein Studium die Richtige Wahl wäre. Wie sind da eure Erfahrungen?

Macht ein Studium für mich Sinn, wenn ich nicht herumreisen kann, jedoch vernünftiges Geld verdienen will oder soll ich lieber durch Leistung überzeugen? Wozu würdet ihr mir Raten.

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Xin
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von Xin » So Nov 27, 2011 7:11 pm

Moin JulianTop!

Willkommen bei proggen.org
JulianTop hat geschrieben:Angefangen hat das mit dem Schreiben von Programmen in C# und C++. Als ich die Grundlagen und das OOP drauf hatte, habe ich dann mit den Internetsprachen begonnen. X/HTML, CSS, PHP, MySQL/i und jetzt bin ich an JavaScript dran. Das wissen setze ich an einer Homepage praktisch um, damit ich bei Bewerbungen eine Referenz habe. Zu den Bewerbungen hatte ich dann auch vor ein paar Seiten Code mitzuschicken.
Wohin möchtest Du Dich denn eigentlich bewerben?
Anders gefragt, was gibst Du auf? Arbeitslosigkeit oder einen soweit sicheren Job?
JulianTop hat geschrieben: Nun habe ich mir einen guten Überblick verschafft und ich bin kurz davor mich auf irgend was zu spezialisieren. Ich wohne in der Nähe von Hannover und bin nicht Umzugsbereit, wozu ratet ihr mir? Bei den Internetsprachen bleiben oder wieder zur "normalen" Softwareentwicklung gehen ( C++ und co.)? Spaß macht mir beides.
Ich habe mir Dein Posting mal durchgelesen und ich kann bisher nur davon ausgehen, dass ich eine Vermutung von Deinem Können und Deiner Vorstellung habe. Ich setze diese Vermutung niedrig an. Da kann ich mich täuschen, aber ich schreibe das, damit Du verstehst, in welche Relation Du diese Antwort setzen kannst.

Die "Internetsprachen" PHP/JavaScript und HTML/CSS sind sicherlich Kompetenzen, die in der Zukunft weiterhin gefragt werden. Der Punkt ist hier, dass das Kompetenzen sind, die man sich leicht und schnell aneignen kann, die in einem Studium z.B. gar nicht vermittelt werden, weil man sich das mal eben selbst angucken kann.
Ich habe PHP/MySQL gelernt, in dem mir ein Kommilitone eine PHP-Seite mit MySQL Code gezeigt hat. Den Rest habe ich mir dann selbst beigebracht, als ich die erste Website mit PHP gemacht habe. Mit dem Studium hatte das alles gar nix zu tun.
Das tun ja auch viele andere Leute, die sich mal eben eine Website zusammenbauen. Das ist also nur eine verkaufbare Kompetenz, wenn man besonders gut ist.

Dass Du hier nicht vollkommen ahnungslos bist, ist sehr gut. Wenn Du Dir allerdings nicht 100%ig sicher bist, dass Du voll der Crack in dem Gebiet bist bzw. in vertretbarer Zeit werden kannst, so wirst Du einfach nur einer von sehr vielen sein.

Die andere Seite ist indirekt auch schon klargestellt: C++ und Java lernt man nicht von jetzt auf gleich. Der Aufwand ist höher, darum gibt es auch weniger C++ und Java Programmierer. Der Aufwand C++ zu lernen - richtig zu lernen - ist sehr hoch, zumal das nur die Sprache ist. Wie in der menschlichen Sprache kommt die Rhetorik dazu, wenn Du sehr gut bist, wirst Du Dichter - auch in einer Programmiersprache.
Auch hier heißt es, sehr viel Zeit zu investieren. Die Leute, die das tun, sind schon seltener. Entsprechend steigt der Marktwert.
JulianTop hat geschrieben:Hab mir mal vorhin Stellenangebote angeschaut
Ich bin Informatiker. Ich kann mich nicht daran entsinnen, jemals aktiv in Stellenanzeigen geschaut zu haben. Wenn Du halbwegs qualifiziert bist, bewirbt man sich bei Dir. Das tun sogenannte Headhunter, denen Du erlaubst Deinen Lebenslauf mit den entsprechenden Firmen abzugleichen. Das hat den Vorteil, dass diese Firmen nicht mit Bewerbungen von Leuten zugespamt werden, die sie aussortieren müssen und für Dich den Vorteil, dass Du an die Firmen rankommst, die Du sonst nicht finden würdest und die gleichzeitig zu Deiner Qualifikation passen.

Das heißt nicht, dass Du damit einen Job sicher hast. Es heißt nur, dass es in der Informatik "Zwischenhändler" gibt, die den Bazar entwirren.
JulianTop hat geschrieben:Und noch eine Frage kann man mit meinen Berufsweg als Programmierer an 60.000€ Jahresgehalt kommen oder ist sowas ohne Informatikstudium unrealistisch.
Was ist schon unrealistisch? Es ist auch die Frage, was Du haben willst.
60000€ - und ich gehe hier von Kaufkraft aus, ansonsten werden wir die dank Inflation sicher erreichen ;-) - sind für einen Wald- und Wiesenprogrammierer selbst mit Diplom unrealistisch. Wenn Du also von jemanden gesagt bekommen möchtest, was Du zu tun hast, dann wären 60000€ eine hoch angesetzte Marke. Mit Diplom und viel Erfahrung erreichbar, aber hoch angesetzt. Reelle Chancen sehe ich da bei großen Betrieben, wie Siemens, Mercedes etc.
Also: Nicht unrealistisch, aber für die meisten auch nicht realistisch.

Du brauchst besondere Erfahrungen und Dinge, die Dich einzigartig machen. Ich würde Deine Kenntnisse in Assembler zum Beispiel nicht vernachlässigen... die werden in 10 Jahren eventuell was Wert sein.

Auch andere Dinge spielen eine Rolle. Ich habe einige Zeit im Ausland gearbeitet und wollte nun ein paar Jahre näher an der Familie wohnen. Gleichzeitig wollte ich einen Job, der mich reizt. Ich verdiene derzeit keine 60000€ im Jahr. Als Informatiker verdiene ich "überdurchschnittlich", also so gut, dass ich es mir leisten kann, mir meinen Job anhand der Aufgabe zu wählen, auch wenn das Geld besser sein könnte. Ich bin 8 Stunden am Tag im Job. Spaß dabei ist wichtiger als Geld - mir zumindest.
Der Marktwert hängt von Deiner Qualifikation und Deinen Spezialisierungen ab. Und durchaus auch Deiner Umzugsbereitschaft. Dann sind auch 60000€ keine Grenze.
JulianTop hat geschrieben:Nicht als Einstiegsgehalt, sondern später nach einigen Jahren Berufserfahrung. Und ist der Titel nach einigen Jahren Berufserfahrung noch entscheidend oder spielt dann das Können wieder mehr Rolle?
Der Titel wird in Deutschland noch lange entscheidend bleiben, weil gerade die Unternehmen, die Gehälter zahlen, die Du Dir wünschst, Deine Bewerbung ohne weitere Überlegung löschen, weil das Merkmal "Studienabschluss" nicht zutrifft.
Du wünschst Dir ein gutes Gehalt und die wenigsten Unternehmen sind bereit, Dich gut zu bezahlen, um in den ersten 6 Monaten mal zu gucken, ob Du was kannst und wie lange Du eingearbeitet werden musst. Im Idealfall bist Du sehr zeitnah produktiv am Start.
Ein Studienabschluss vermittelt oberflächlich Fachwissen, aber ist eben auch eine Auszeichnung, dass man erfahren ist, sich bei Bedarf schnell in ein Thema einzuarbeiten.
JulianTop hat geschrieben:Macht es Sinn ein Fernstudium parallel zu Arbeit zu machen? Ich bin 25.
25 ist eine interessantes Alter. Ein Alter, in dem Du noch verhältnismäßig gut, neue Wege beschreiten kannst. Überlege Dir doch auch mal, ob Du nicht finanziell zurückstecken kannst und Dir ein Vollzeitstudium vorstellen kannst. Ein Teilzeitstudium ist sehr anstrengend und zieht sich. Dann kommt die große Liebe, vielleicht ein Kind und wird aus Zeitmangel geschmissen.

Mein Studium endete kurz vor meinem 28. Geburtstag. Bachelor kann man in 3 Jahren schaffen. Damit hättest Du zumindest den gewünschten akademischen Grad und bereits zuvor interessante Berufserfahrung gesammelt.
Wenn's Dich wirklich interessiert, würde ich mal eine Studienberatung machen.



Zu der Reisekrankheit: Ich habe ein Jahr auf Kreta gearbeitet - weil ich das wollte. Ich habe in 350km zu meinen Eltern studiert, weil ich das wollte. Derzeit will ich erreichbar bei meiner Familie arbeiten. Ich habe aktuell nur einen Termin im Jahr, zu dem ich hinreisen muss und der war dieses und letztes Jahr mit einer Anfahrt von 30 Minuten verbunden. Ich finde das manchmal eher schade...
Ansonsten... gegen Reisekrankheit gibt es Pillen. ^^
Merke: Wer Ordnung hellt ist nicht zwangsläufig eine Leuchte.

Ich beantworte keine generellen Programmierfragen per PN oder Mail. Dafür ist das Forum da.

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cloidnerux
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von cloidnerux » So Nov 27, 2011 7:14 pm

Macht ein Studium für mich Sinn, wenn ich nicht herumreisen kann, jedoch vernünftiges Geld verdienen will oder soll ich lieber durch Leistung überzeugen? Wozu würdet ihr mir Raten.
Hast du einzigartiges Wissen, wirst du um reisen nicht herum kommen.
Auch als Gruppen oder Projektleiter wirst du nur dann um das Reisen herumkommen, wenn die Firma lokale Projekte betreut und alle Fort- und Weiterbildungen lokal geführt werden, was höchst wahrscheinlich absolut selten sein wird.
Daher musst du deinem zukünftigen Arbeitgeber mitteilen, das du nicht Reisen willst und kannst und hoffen das dein Arbeitgeber das Akzeptiert.

Beim Studieren kommt hinzu, das du deine Klausuren an einem der Klausurstandorte der UNI schreiben musst, was dann auch außerhalb von Hannover sein wird.
Redundanz macht wiederholen unnötig.
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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von JulianTop » So Nov 27, 2011 8:09 pm

Wohin möchtest Du Dich denn eigentlich bewerben?
Anders gefragt, was gibst Du auf? Arbeitslosigkeit oder einen soweit sicheren Job?
Im Moment habe ich einen befristeten Vertrag auf 1 Jahr. Und ich habe auch erstmal vor dort weiter zu Arbeiten. Ich fange mit den Bewerbungen erst an, wenn ich a) nicht übernommen werde oder b) genügend Erfahrungen in Sachen Software/-Internetprogrammierung gesammelt habe, schätze 6 - 24 Monate. Früher oder später möchte ich aufjedenfall in die Programmierszene, da mir es einfach riesen Spaß macht zu programmieren und ich denke, ich habe Talent dadrin. Ein anderer Punkt ist, es ist sehr schwer gute technische Jobs zufinden mit einer Reisekrankheit.
Die andere Seite ist indirekt auch schon klargestellt: C++ und Java lernt man nicht von jetzt auf gleich. Der Aufwand ist höher, darum gibt es auch weniger C++ und Java Programmierer. Der Aufwand C++ zu lernen - richtig zu lernen - ist sehr hoch, zumal das nur die Sprache ist. Wie in der menschlichen Sprache kommt die Rhetorik dazu, wenn Du sehr gut bist, wirst Du Dichter - auch in einer Programmiersprache.
Auch hier heißt es, sehr viel Zeit zu investieren. Die Leute, die das tun, sind schon seltener. Entsprechend steigt der Marktwert.
Genau dieses habe ich mir schon gedacht, nur wollte ich es mir von jemanden bestätigen lassen, der über die entsprechende Erfahrung verfügt und beide Seiten kennen gelernt hat.
Was ist schon unrealistisch? Es ist auch die Frage, was Du haben willst.
60000€ - und ich gehe hier von Kaufkraft aus
Meine Brutto, nicht Netto.
Spaß dabei ist wichtiger als Geld - mir zumindest.
Das ist schon richtig, aber bei irgend einer Grenze hört der Spaß auf. Wenn man z.B. ne Familie möchte, und Ihnen auch was bieten will, da kommt man eben mit 25k Brutto nicht weit. ( Ist nur ein Beispiel, nicht mein aktuelles Gehalt ). Meine Vorstellung liegen in den ersten Jahren so bei 30-40k Brutto und halt später wenn man die entsprechende Erfahrung hat auch mehr.

Da du wohl Netto meintest und ich Brutto, ist das ohne Studium möglich oder muss man da schon sehr viel Glück haben? Vorausgesetzt natürlich, dass man gut ist.

Edit:
Hast du einzigartiges Wissen, wirst du um reisen nicht herum kommen.
Auch als Gruppen oder Projektleiter wirst du nur dann um das Reisen herumkommen, wenn die Firma lokale Projekte betreut und alle Fort- und Weiterbildungen lokal geführt werden, was höchst wahrscheinlich absolut selten sein wird.
Wenn es jetzt 2-3 mal im Jahr ist ne Reise Innerhalb Deutschland, ist das für mich noch hinnehmbar, aber jede zweite Woche oder so, eher nicht.

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Re: Auf was spezialisieren?

Beitrag von Xin » So Nov 27, 2011 9:19 pm

JulianTop hat geschrieben:Ein anderer Punkt ist, es ist sehr schwer gute technische Jobs zufinden mit einer Reisekrankheit.
Hmm... Familiär bedingt kann ich nicht soviel Reisen. Trotzdem hatte ich kein Problem einen Job zu finden.
JulianTop hat geschrieben:
Xin hat geschrieben:Wie in der menschlichen Sprache kommt die Rhetorik dazu, wenn Du sehr gut bist, wirst Du Dichter - auch in einer Programmiersprache.
Auch hier heißt es, sehr viel Zeit zu investieren. Die Leute, die das tun, sind schon seltener. Entsprechend steigt der Marktwert.
Genau dieses habe ich mir schon gedacht, nur wollte ich es mir von jemanden bestätigen lassen, der über die entsprechende Erfahrung verfügt und beide Seiten kennen gelernt hat.
Lern C++ und zwar richtig. Danach beschäftige Dich mit Design Patterns. Dann sehen wir weiter.
JulianTop hat geschrieben:
Was ist schon unrealistisch? Es ist auch die Frage, was Du haben willst.
60000€ - und ich gehe hier von Kaufkraft aus
Meine Brutto, nicht Netto.
Ich auch.

Ich weiß nicht, was Du für Vorstellungen hast, aber 2009 war das durchschnittliche Bruttogehalt 40.642€ in Dland.
Von diesem Durchschnitt leben auch andere Familien und nicht nur die Arztfamilien, sondern auch die Familien, die nur 25k brutto haben.
Durchschnitt muss man erst erreichen. Du denkst schon 20000 Euro weiter. Dabei vergiss nicht, dass Du für den Arbeitgeber teurer bist, als das, was Du brutto bekommst, der zahlt nämlich nochmal Deine Renten und Krankenversicherungsbeiträge zusätzlich. Diesen Betrag musst Du erst wieder reinbringen, dazu die Kosten, die Dein Büro und Deine Verwaltung verursacht. Und dann sind die meisten Firmen dankbar, wenn etwas Gewinn dabei rumkommt. Von dem Verkauf des Produktes muss nebenher auch noch Vertrieb und Support bezahlt werden.

Dein Beitrag muss also entsprechend wichtig sein, Du musst entsprechend unersetzlich sein, wenn Du Deinen Anteil da entsprechend hoch ansetzen möchtest. So unersetzlich sein, dass auch die Software entsprechend teuer verkauft werden kann, weil Du und Dein Team etwas Konkurrenzloses bauen könnt.
Um das zu leisten, um in ein solches Team überhaupt rein zu kommen, musst Du entsprechend qualifiziert sein.
Der gemeine Wald- und Wiesenprogrammierer ohne nennenswerte Qualifikation braucht auch kein Hartz IV zum Aufstocken. Aber 60k sind da absolut unrealistisch.
JulianTop hat geschrieben:
Spaß dabei ist wichtiger als Geld - mir zumindest.
Das ist schon richtig, aber bei irgend einer Grenze hört der Spaß auf. Wenn man z.B. ne Familie möchte, und Ihnen auch was bieten will, da kommt man eben mit 25k Brutto nicht weit. ( Ist nur ein Beispiel, nicht mein aktuelles Gehalt ). Meine Vorstellung liegen in den ersten Jahren so bei 30-40k Brutto und halt später wenn man die entsprechende Erfahrung hat auch mehr.
Nach einem Vollzeitstudium ist dieses Brutto-Gehalt zum Einstieg realistisch. Mit einem Master-Studium wohl auch eher an der 40.
JulianTop hat geschrieben:Da du wohl Netto meintest und ich Brutto, ist das ohne Studium möglich oder muss man da schon sehr viel Glück haben? Vorausgesetzt natürlich, dass man gut ist.
Alles, was ich schrieb bezog sich auf das Brutto-Gehalt.

Tut mir wirklich leid, Software-Entwicklung führt nicht automatisch dazu, dass man Millionär wird. Ich bin selbst betroffen. ^^
Merke: Wer Ordnung hellt ist nicht zwangsläufig eine Leuchte.

Ich beantworte keine generellen Programmierfragen per PN oder Mail. Dafür ist das Forum da.

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