Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

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nufan
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Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von nufan » Sa Mai 09, 2015 12:04 am

So, nun sitze ich schon ein paar Tage vor der neuen Version von Kubuntu. Hier meine ersten Eindrücke.

Stimmt da was mit meiner Grafikkarte nicht? Ist das irgendein Failsafe-Mode? Hm oh nein, das ist das neue Default-Wallpaper :D Im Vergleich zum viel dezenteren Vorgänger etwas gewöhnungsbedürftig, aber ganz in Ordnung.
Installation wie immer problemlos und flott, auch die Festplatten-Verschlüsselung und das sofortige Updaten der Pakete.

Erstmals kommt KDE mit Plasma Version 5 zum Einsatz. Sofort fällt neben dem neuen Wallpaper das ganze Redesign auf - vor allem optisch aber auch unter der Haube. Optik ist natürlich geschmackssache, ich kann damit leben. Der Desktop reagiert sehr schnell, hat mit 2.2GB Standard-RAM-Auslastung (Firefox, Thunderbird, Amarok, Skype, SpiderOak) aber auch einen stolzen Preis. CPU-Auslastung ist in Ordnung.

Den Notification-Bereich inklusive Network-Manager hat man wieder etwas umgebaut, gefällt mir so aber sehr gut. Alles wirkt geordnet und schön strukturiert. Die jahrelange Baustelle Nvidia-Optimus fällt kaum mehr auf, auch CUDA ist nach der Installation des Nvidia-Treibers über die KDE-Treibereinstellungen kein Problem. Erstmals kann ich über MTP auf mein Android-Handy zugreifen - auch wenn ich dafür andere Wege bevorzuge doch ein schöner Fortschritt.
Aber mein neues Lieblings-Feature ist ganz eindeutig KDE Connect! Ist man im gleichen WLAN wie ein Android oder iOS Smartphone mit der entsprechenden App, kann man dieses mit dem Rechner verknüpfen. Dadurch stehen verscheidene Features (alle optional und konfigurierbar) zur Verfügung. Zum Beispiel wird die Zwischenablage zwischen den Geräten synchronisiert. Das Smartphone kann als Touchpad oder Mediaplayer-Fernbedienung verwendet werden. Der Rechner kann über sftp auf die Dateien des Smartphones zugreifen, der Akkustand wird im Notification-Bereich angezeigt, ebenso die aktuellen Benachrichtigungen (Anrufe, SMS, Whatsapp, was auch immer), die natürlich immer synchronisiert werden. Es scheint auch geplant zu sein, Anrufe künftig am Computer beantworten zu können. Vom Handy kann man auch einfach Browser-Tabs teilen, diese werden am Computer dann automatisch im Default-Browser geöffnet.

Insgesamt muss man aber auch feststellen, dass es noch an einigen Ecken kleinere Probleme gibt. Sofort nach dem ersten Start werde ich gefragt, ob ich meine KWallet4 nach KWallet5 migrieren will. Dabei hab ich das System ja grade erst neu installiert, woher soll ich eine KWallet4 haben?! Das Problem scheint aber schon bekannt zu sein. Egal, passiert nur beim allerersten Start. Wesentlich störender sind die Probleme in Dolphin. Er stürzt oft grundlos ab, gesetzte Bookmarks gehen einfach verloren wenn ich das Fenster schließe, Ordner-Icons werden nicht richtig übernommen. Die ssh/sftp-Integration - die in der Vorversion mit Dolphin und Kate noch reibungslos funktionierte - hat auch die eine oder andere Macke. Zum Beispiel taucht der Passwort-Dialog für einen ssh-Key immer im HIntergrund auf, wenn man ihn von Kate aus öffnet. Da wundert man sich schon warum die Datei so lange lädt, dabei war der Dialog für das Passwort einfach hinter anderen Fenstern versteckt. Ebenso kleinere Probleme gibts in der Display-Konfiguration, die gerne mal Plasma zum unfreiwilligen Neustart zwingt. Dass man die Display-Einstellungen nicht mehr in den Tray legen kann finde ich auch ncith gut. Noch dazu hatte ich mal kurzes Sprachchaos, weil ich als Systemsprache Englisch verwende, aber für Formate (Datum, Zahlen, ...) gerne Deutsch hätte. Die Größe des Startmenüs lässt sich auch nicht ändern. Und noch ein paar Bugs dieser Größenordnung. Kein Drama, hübsch ist es aber auch nicht.

Kurz:
Viele merkbare Fortschritte, aber nun sollte man etwas an der Stabilität arbeiten. KDE Connect finde ich sehr praktisch.

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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von Xin » Sa Mai 09, 2015 11:48 am

Ich habe die 14.04 installiert und wartete eig auf die 15.04 für ein Upgrade.

Die Sache mit der Stabilität klingt ja nun fraglich, wenn man ein System produktiv einsetzen möchte. Andererseits will ich auch nicht reihenweise Betriebssysteme installieren.

Lohnt sich ein Upgrade für einen Entwickler, der sich die neuen Features ansehen möchte oder ärgert sich dieser anschließend regelmäßig über die Stabilität?

Wenn es "mal" hakt, werden updaten das Problem sicher schnell beheben. Oder halt es derart, dass man damit nicht produktiv arbeiten möchte?
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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von nufan » Sa Mai 09, 2015 11:53 am

Xin hat geschrieben:Lohnt sich ein Upgrade für einen Entwickler, der sich die neuen Features ansehen möchte oder ärgert sich dieser anschließend regelmäßig über die Stabilität?

Wenn es "mal" hakt, werden updaten das Problem sicher schnell beheben. Oder halt es derart, dass man damit nicht produktiv arbeiten möchte?
Naja die Bugs in Dolphin sind ja doch sehr störend. Mal eine Datei aufmachen, eine Zeit lang damit arbeiten und dann wieder zurück zum Dateibrowser wechseln funktioniert bei mir selten ohne Absturz. Wenn man sich hauptsächlich in der Konsole bewegt oder eine Alternative installiert stört das natürlich weniger.

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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von Xin » Sa Mai 09, 2015 12:06 pm

Folgen benutze ich kaum. Ich benutze fast immer Konqueror.

Ist der noch aktiv in der Entwicklung oder wurde der aus dem Desktop jetzt komplett rausoperiert?
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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von nufan » Sa Mai 09, 2015 12:11 pm

Er ist im Repo, aber nicht per Default installiert. In Entwicklung... keine Ahnung. Als Dateibrowser hat man ihn schon lange durch Dolphin (den ich prinzipiell auch sehr gut finde) ersetzt. Als Webbrowser gabs mal den Ansatz Rekonq einzusetzen, inzwischen ist man aber doch wieder bei Firefox gelandet - ist mir persönlich auch lieber so.

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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von Xin » Sa Mai 09, 2015 4:22 pm

nufan hat geschrieben:Er ist im Repo, aber nicht per Default installiert. In Entwicklung... keine Ahnung. Als Dateibrowser hat man ihn schon lange durch Dolphin (den ich prinzipiell auch sehr gut finde) ersetzt. Als Webbrowser gabs mal den Ansatz Rekonq einzusetzen, inzwischen ist man aber doch wieder bei Firefox gelandet - ist mir persönlich auch lieber so.
Rekonq oder Konqueror haben mich als Browser nie interessiert. Aber Konqueror war mir als Dateimanager immer wesentlich sympathischer als Dolphin.

Ich habe noch einen Rechner, mit dem ich etwas spielen kann und der noch von Windows befreit werden muss - da kann ich nächste Woche Kubuntu eine Runde zur Probe aufspielen, bevor ich 14.04 auf meinen Hauptrechner überbügle. 15.04 klingt gut, aber Stabilität ist mir auf dem Entwicklungsrechner wichtiger als höchste Aktualität.
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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von Xin » Mo Mai 25, 2015 10:32 pm

Ich versuche derzeit Kubuntu 15.04 auf Intel-Boards zu installieren, was meine heutigen Tag gut beschäftigte.

Einen Intel-Server habe ich überzeugt bekommen nach drei Installationen, ein Intel-Mainboard weigert sich die CD zu booten, bzw. stürzt bei einem Booten vom einem externen USB-Brenner ab. Das Board bootet die vorhandene Ubuntu 13.10 auf der SSD aber problemlos.

Gibt's da ähnliche Erfahrungen bei Nicht-Intel-Boards oder läuft das auf normalen Boards locker?!
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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von nufan » Mo Mai 25, 2015 10:39 pm

Solche Probleme hatte ich nicht, ich verwende aber auch immer einen USB-Stick. Ich könnte mir höchstens UEFI als Ursache vorstellen. Gerade Intel-Hardware läuft bei mir in den letzten Jahren immer sehr zuverlässig.

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Re: Kubuntu 15.04 - Erste Eindrücke

Beitrag von Xin » Mi Mai 27, 2015 8:55 am

Soo... SSD ausgebaut, in meinen Arbeitsrechner reingebaut (Ubuntu 13.10 war im Arbeitsrechner installiert worden und lief auf dem Zielrechner). Kubuntu installiert. Läuft (nachdem ich das CD-ROM an einen anderen SATA-Port angesteckt habe - für den gab es wohl keine Treiber beim booten). SSD zurück im Zielrechner: Kernelpanik. Dafür blinkte kurz etwas auf, was wie "Bug im Bios?" hindeutete.

Eine absolut problemlose Installation habe ich noch nicht gesehen. Aber auf meinem Arbeitsrechner fühlte es sich aber ganz gut an und sieht auch schicker und moderner aus.
Konqueror muss man nachinstallieren, ist aber noch da. Konqueror ist mir als Dateimanager viel sympathischer als Dolphin.
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